Krankenversicherung

Private Krankenversicherung. Die Entscheidung, die man selten zurücknehmen kann.

Die PKV bietet vertraglich zugesicherte Leistungen, die kein Gesetzgeber nachträglich kürzen kann. Sie bindet dich aber auch. Hier steht, wer überhaupt wählen darf, worauf es im Tarif ankommt und welche Nachteile du vorher kennen solltest.

Zugang

Nicht jeder darf wechseln

Die PKV steht nur drei Gruppen offen. Wer nicht dazugehört, bleibt gesetzlich versichert und kann die Versorgung über Zusatzversicherungen aufstocken.

Angestellte über der Grenze

Wer mit seinem regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt über der Versicherungspflichtgrenze liegt, darf wechseln. Die Grenze wird jedes Jahr neu festgelegt.

Selbstständige und Freiberufler

Unabhängig vom Einkommen frei wählbar. In dieser Gruppe ist die PKV am häufigsten die wirtschaftlich sinnvollere Lösung.

Beamtinnen und Beamte

Der Dienstherr übernimmt über die Beihilfe einen Teil der Kosten. Privat abgesichert wird nur der verbleibende Rest.

Der Unterschied

Gesetzlich gegen privat versichert

Worum es gehtGesetzliche KrankenversicherungPrivate Krankenversicherung
Beitrag richtet sich nachDeinem EinkommenEintrittsalter, Gesundheit und gewähltem Tarif
FamilieKinder und Partner ohne Einkommen beitragsfrei mitversichertJede Person zahlt einen eigenen Beitrag
LeistungenGesetzlicher Katalog, politisch veränderbarVertraglich zugesichert, lebenslang
AufnahmeOhne GesundheitsprüfungGesundheitsprüfung, Zuschläge oder Ablehnung möglich
Rückkehr—Nur unter engen Voraussetzungen, ab 55 praktisch ausgeschlossen
Worauf es ankommt

Sechs Punkte, die den Tarif wirklich ausmachen

Der Beitrag beim Abschluss sagt wenig darüber aus, wie gut ein Tarif in zwanzig Jahren dasteht. Entscheidend ist, was in den Bedingungen steht.

1

Leistungen sind garantiert, nicht freiwillig

Was im Tarif steht, gilt lebenslang. Prüfe deshalb genau, was drinsteht: Heilpraktiker, Psychotherapie, Hilfsmittel, Zahnersatz. Was fehlt, kommt später nicht dazu.

2

Beitragsentwicklung im Alter

Ein günstiger Einstiegsbeitrag kann teuer enden. Frag nach, wie sich der Tarif in der Vergangenheit entwickelt hat und wie hoch die Alterungsrückstellungen sind.

3

Beitragsentlastung für die Rente

Ein Baustein, der den Beitrag ab einem festgelegten Alter dauerhaft senkt. Je früher vereinbart, desto wirksamer.

4

Selbstbehalt mit Augenmaß

Ein hoher Selbstbehalt senkt den Beitrag spürbar. Er muss aber auch in einem Jahr tragbar sein, in dem mehrere Behandlungen zusammenkommen.

5

Krankentagegeld

Für Selbstständige der wichtigste Baustein überhaupt. Ohne Lohnfortzahlung entscheidet er darüber, wie lange du einen Ausfall durchhältst.

6

Die Gesundheitsfragen

Sie bestimmen, ob du aufgenommen wirst und zu welchem Beitrag. Eine anonyme Vorabanfrage klärt das, bevor irgendwo ein Antrag aktenkundig wird.

Ehrlich gesagt

Was gegen die PKV spricht

Diese Punkte gehören in jedes Beratungsgespräch. Wer sie nicht nennt, verkauft, statt zu beraten.

1

Keine beitragsfreie Familienversicherung

Jedes Kind, jeder Partner ohne eigenes Einkommen kostet einen eigenen Beitrag. Bei kinderreichen Familien kippt die Rechnung häufig.

2

Der Weg zurück ist fast verschlossen

Eine Rückkehr in die gesetzliche Versicherung ist nur unter engen Voraussetzungen möglich. Ab 55 Jahren ist sie praktisch ausgeschlossen.

3

Der Beitrag steigt mit, auch im Ruhestand

Anders als in der gesetzlichen Versicherung sinkt der Beitrag nicht automatisch mit dem Einkommen. Dafür muss vorgesorgt werden.

4

Vorerkrankungen wirken dauerhaft

Was bei der Aufnahme als Zuschlag oder Ausschluss vereinbart wurde, bleibt. Deshalb ist der frühe, gesunde Zeitpunkt der beste.

Für gesetzlich Versicherte

Lücken schließen, ohne zu wechseln

Der größte Teil meiner Kunden bleibt gesetzlich versichert. Die Versorgung lässt sich trotzdem gezielt aufstocken, genau dort, wo die Kasse wenig übernimmt.

Zahn

Die größte und teuerste Lücke. Bei Kronen, Inlays und Implantaten übernimmt die Kasse nur einen Grundanteil, der Rest geht schnell in den vierstelligen Bereich.

Stationär

Ein- oder Zweibettzimmer und die Behandlung durch den Chefarzt. Relevant vor allem bei planbaren Eingriffen.

Krankentagegeld

Nach sechs Wochen endet die Lohnfortzahlung. Das gesetzliche Krankengeld liegt deutlich unter dem bisherigen Netto.

Lohnt sich der Wechsel in deinem Fall?

Das hängt an Einkommen, Familienplanung, Gesundheit und Beruf. Ich rechne dir beide Wege durch und sage dir ehrlich, wenn die gesetzliche Versicherung für dich die bessere Wahl ist. Das kommt häufiger vor, als man denkt.

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Diese Seite erklärt allgemeine Zusammenhänge und ersetzt keine persönliche Beratung. Zugangsvoraussetzungen und Grenzwerte ändern sich jährlich.